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06.10.2019 09:27 Alter: 15 days
Kategorie: Aus Schülersicht

Lorient 2019......

...lohnt sich ein Austausch nach Frankreich?


Diese Frage stellen sich bestimmt viele, deswegen möchte ich mit diesem Bericht über den Austausch mit unserer Partnerschule, dem Lycée Notre-Dame de la Paix in Lorient (Bretagne), versuchen, euch die Entscheidung zu vereinfachen.

Was haben wir gemacht?

Mittwoch, 18.09.

Am Tag der Anreise sind wir von Villingen nach Karlsruhe gefahren und von dort aus mit dem ICE nach Paris an den Ostbahnhof. Von dort mussten wir dann mit der Metro zur gare de Montparnasse fahren. Da der ICE 15 Minuten Verspätung hatte, haben wir unseren TGV nach Lorient ganz knapp verpasst. Das hieß, wir mussten 2 Stunden auf den nächsten Zug warten. Im Verlaufe des Austauschs ist dies jedoch das einzige, was schiefgegangen ist. In Lorient dann endlich angekommen, wurden wir sehr freundlich von unseren Austauschpartnern empfangen. Ich und 3 weitere Schüler aus meiner Stufe waren bei einer einzigen Person untergebracht, sodass wir sozusagen eine Wohngemeinschaft gebildet haben für diese Woche. Unsere Austauschpartnerin und ihr Vater haben sich sehr gut um uns gekümmert, hatten viel Geduld mit uns teilweise, weil zumindest die anderen noch nicht so gutes Französisch konnten wie ich, der mit 4 Jahren schon einiges verstand (2 andere lernen erst seit einem Jahr und die 3 konnten deutlich besser verstehen als sprechen.) Aber für was gibt es Englisch!

Donnerstag, 19.09.

Mit der Deutschlehrerin, Madame Etore, haben wir dann am Donnerstag „Lorient La Base“ besucht, welches der Wehrmacht im 2. Weltkrieg als Station und Versteck für insgesamt 24 U-Boote diente. Danach sind wir mit dem Boot, für was man die Busfahrkarte benutzen konnte, nach „Port Louis“ gefahren, eine alte Festungsanlage, welche ebenfalls von der Wehrmacht als Verteidigungsanlage gegen Angriffe vom Atlantik aus benutzt wurde. Also Bildungsauftrag erledigt für den Austausch!

Freitag, 20.09.

Am Freitag haben wir uns dann den Fischereihafen angeschaut, einer der größten in Europa, und wie dort so gearbeitet wird, d.h. wie der Fisch gefangen, verarbeitet und verkauft wird.

Nachdem es dann in der Schule Mittagessen gab (Fisch), haben wir uns in das Deutschzimmer der Franzosen gesetzt und dann miteinander aktiv gearbeitet, was wir dann mit einem Glas Cidre ausklingen ließen. Nach der Schule haben wir Schüler uns am Strand getroffen und einfach miteinander entspannt. Später sind wir dann einzeln Essen gegangen, um uns dann alle wieder in einer Bar zu treffen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt habe ich angefangen mich in der Gruppe wohl zu fühlen.

Wochenende

Denn wer jetzt denkt, am Wochenende haben wir alle was allein gemacht, der irrt sich gewaltig! Samstag haben wir alle gemeinsam eine Klippenwanderung gemacht, wo auch die Freunde von zwei Französinnen mit dabei waren, welche aber auch sofort mit dazugehört haben, und im Anschluss haben wir uns dann noch in ein Café gesetzt. Natürlich wurden wir kulinarisch voll mit den bretonisch/französischen Spezialitäten konfrontiert. Wir haben eine Crêperie namens „Saint-Maurice“ besucht, welche dem Onkel unserer Austauschpartnerin gehört. Absoluter Geheimtipp von mir, die Buchweizencrêpes waren der Hammer!

Sonntag haben wir dann ausschlafen können. Bis zum Mittag haben wir die Füße hochgelegt, danach haben wir eine Burg in Concarneau besichtigt bzw. die Stadt innerhalb der Festung (la Ville close). Zum Abendessen gab es dann Pizza vom Italiener, zu der wir uns wieder mit den anderen getroffen haben. Zum Ausklang sind wir dann noch Bowlen gegangen, was erstmal verwirrend war, weil alle Leute, die da waren, Fußball geschaut haben, und an den Bahnen nichts los war (Es lief Olympique Lyon gegen Paris Saint-Germain). Aber uns hat das nicht gestört. Und dann war das Wochenende schon wieder vorbei.

Montag, 23.09.

Heute haben wir alle zusammen den Mont Saint-Michel besucht, eine Inselstadt, die den Gezeiten ausgesetzt ist, bzw. die Umgebung davon, denn wir haben eine Wattwanderung gemacht rund um die Stadt. Dies war eins der Highlights des Austauschs, da die Stadt sehr schön war (erinnert etwas an die Winkelgasse aus Harry Potter) und die Aussicht auf die Landschaft ebenfalls sehr toll war.

Dienstag, 24.09.

Am Dienstag haben wir uns auf die „Île de Groix“ verschiffen lassen, eine Insel vor Lorient. Dort haben wir uns dann eine Seeohrenzüchtung angeschaut, eine von zwei in Frankreich. Seeohren sehen aus wie Muscheln, sind aber Schnecken. Im Anschluss durfte man dann noch eine Terrine davon probieren, welche ein wenig wie Thunfisch geschmeckt hat.

Im Anschluss wurde Sport gemacht!                                                                                                          4 Stunden lang sind wir dann mit dem Fahrrad über die Insel gefahren und haben uns die Küsten angeschaut. Lohnt sich extrem das zu machen! Um 17:30 Uhr sind wir dann wieder zurückgefahren.

Mittwoch, 25.09.

Da war die Woche auch schon vorbei. Ich wollte noch nicht gehen, aber es musste sein. Diesmal sind wir planmäßig in Villingen um 21 Uhr angekommen.

Fazit

Alles in allem war das ein unglaublicher Austausch, muss ich so sagen, zumal dies bereits mein zweiter war. Jedoch fand ich unsere Ausflüge dabei eher zweitrangig, denn was mich so sehr begeistert hat, war die Gruppe. Sowohl unsere Austauschpartner als auch deren Freunde und ihre Eltern, das sind alles so nette und sympathische Menschen! Wir waren zwar nur mit neun Schülern dort, kamen aber mit 15 wieder nach Deutschland zurück (metaphorisch gemeint). Die Sprachbarriere war für uns alle kein Problem, auch die Dynamik innerhalb der Gruppe zwischen uns Deutschen und den Franzosen war was sehr Besonderes.

Ich für meinen Teil bereue es definitiv nicht, mitgekommen zu sein, da ich nun Teil von was ganz Eigenem und Besonderem bin. Deswegen würde ich es jedem, der daran Interesse hat, dringend ans Herz legen, an so einem Austausch teilzunehmen, denn die Erfahrung, die man dadurch sammelt, ist es allemal wert. Und auch die Kontakte, welche man dadurch knüpfen kann, sind es einfach Wert!

 

Florian Leinert (J1/4)

 

Wir bedanken uns beim Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) für die finanzielle Unterstützung, die den Schüleraustausch mit unserer Partnerschule in Lorient ermöglicht hat.