Schulgeschichte

Chronologische Reihenfolge

Was am 7. Januar 1901 als Handelsabteilung der damaligen Gewerbeschule Villingen begann, gilt nicht nur als ein Markstein für eine wechselvolle Schulgeschichte, es war bis heute für viele tausend Jugendliche auch deren erster berufspädagogischer Unterricht als Lehrlinge zum Kaufmannsberuf und als Berufsschüler in Vollzeit.

Während ihrer zwei, drei Lehrjahre lernten sie von einer Vielzahl von Lehrern zu den allgemeinen Fächern, die Stenografie, die Botanik, das Buchen mit Journal, die Kunde zu Kolonial- und gewerblichen Handelswaren, die Fotokunde, die industrielle Fertigung und deren Kosten, die gewinnbringende Kalkulation, die ausgeglichene Bilanz und die Buchführung.

Für die neue Abteilung der damaligen städtischen Gewerbeschule übernahmen zunächst deren Gewerbelehrer den Unterricht. Am Anfang für nur 16 männliche Lehrlinge, die Kaufmannsgehilfen im Handelsgewerbes werden sollten. Schulvorstand war bis 1911 Rektor Dahringer, der 1908 vier erste weibliche Lehrlinge aufgenommen hatte, worauf die Schülerzahl auf 29 stieg.

Selbständig wurde die Handelsschule 1921, als 155 Schüler nach dem Kaufmannsbrief strebten. Ab 1924 bot man den Besuch der »Höheren Handelsschule« an: eine 2-jährige Vollzeitschule, die wie die Wirtschaftsschule heute, auf die kaufmännische Ausbildung vorbereitete.

Die Kaufmännische Schule wurde 1936 der Kreisverwaltung unterstellt. 1953 wurde die frühere Gewerbeschule an der Bertholdstraße für die Kaufleute frei, und man hatte ein erstes eigenes Schulgebäude.

Nach den Rektoren Boos (bis 1918), Eckert (bis 1921) und Essig (bis 1946) war Theodor Netzhammer (bis 1956) Direktor bei den Kaufleuten.

Noch als Studienrat leitete Lothar Schill die Schule kommissarisch, ab 1956 war er für elf Jahre Schulleiter. 1957 wurde die »Wirtschaftsoberschule« eröffnet, die später zum Wirtschaftsgymnasium wurde. 1958 war das bestehende Gebäude für 594 Schüler zu klein.

Mit dem Fach >Wirtschaft< weicht man in die ehemalige Wirtschaft »Zur Krone« aus , wo zwei Klassenzimmer als Außenstelle eingerichtet wurden. Wahrlich ein Provisorium mit zwei Klassenzimmern, die während der Wintermonate mit einem Kohleofen beheizt wurden.

Seit 1961 kann ein neues Schulgebäude, finanziert aus Mitteln des Landkreises, an der Herdstraße genutzt werden.

Schon wenige Jahre später (1968) weist Schulleiter Schill den Schulträger erneut auf zu wenige Räume hin, waren es doch von Woche zu Woche 1 077 Schüler, die mit mehr oder weniger Lust die »WO« an der Herdstrasse besuchten.

1971 wurde der Höchststand erreicht: 1.387 Schüler! Da konnte die Raumnot selbst mit Stundenplänen bis zur 12. Stunde am Nachmittag kaum noch gelöst werden.

Nach Rektor Katzer (bis 1973) leitete Gerhard Walther (bis 1992) die Bildungseinrichtung.

1981 war die Kreisverwaltung Bauherr für den Anbau in Richtung zu den ehemaligen »Kaiser-Uhren«. Seit  1982 wird der Anbau mit zwei Klassenzimmern und den Fachräumen für das Sprachlabor, die Physik, die Chemie, die Biologie, die Musik, die Kunst und das Fotolabor genutzt.

Die bis 1993 selbständige Kaufmännische Schule St. Georgen mit 76 Schülern wurde zur Außenstelle der Kaufmännischen Schulen 1 in Villingen. Vier Jahre später (1997) wurde die Außenstelle St. Georgen geschlossen.

Im Jahr 1998 wurden unter Direktor Haußler die Dualen Berufskolleg »Finanzassistent/in« und  »Industriekaufmann /-frau mit internationalem Wirtschaftsmanagement und Fremdsprachen«, für Abiturienten eingerichtet. Der neu aufgenommene duale Ausbildungsgang Automobilkaufmann/-frau erweiterte zusätzlich das Berufsschulangebot. Das Wirtschaftsgymnasium erhielt mit de Schulversuch Wirtschaftsinformatik eine erste Form der Profilierung. Neben dem großzügigen Ausbau des Medienbereichs, der Vernetzung des Gebäudes, wurden das Dach, die Fassade und die Fenster des Hauptgebäudes unter energetischen Gesichtspunkten erneuert.

Im Jahr 2002 wurde Karl-Heinz Weißer Direktor der Kaufmännischen Schulen 1. Herr Weißer, der einst Mitte der 60-er Jahre als Abiturient die Wirtschaftsoberschule meisterte, der als Lehrer an den Kaufmännischen Schulen 1 wirkte, der am Seminar junge Lehrkräfte schulte und der vor seiner Rückkunft nach Villingen auch vier Jahre lang die beruflichen Schulen in Furtwangen leitete. Herr Weißer setzte die Profilierung des Wirtschaftsgymnasiums mit der Aufnahme des Schulversuchs "Finanzmanagement" fort. Für die Berufsfachschule Wirtschaft wurden die Profile Übungsfirma, Praktikum und Präsentation und Medien eingerichtet. Die Übungsfirma erhielt großzügige, modern gestaltete Räumlichkeiten. Die Sporthalle wurde saniert und großzügig erweitert. Ein Anbau mit  weiteren Klassenräumen und einer Cafeteria und einem konnte im Jahr 2010 eingeweiht werden. Mit dem Anbau wurde die Neugestaltung des Haupteingangsbereichs und des Schulhofs verbunden.